Ein Buchautor sollte sich eigentlich nicht mit Amazon Rezensionen aufhalten, aber um ehrlich zu sein beschäftigt es einen doch etwas und das nicht nur bei eigenen Büchern. Bei schlechten Rezensionen fragt man sich gleich ob hier irgendwelche Aversionen vorliegen und auf den Autor selbst ansprechen. Bei zu guten fragt man sich natürlich schon ob diese von einem ehrlichen Kunden stammen kann.
Nicht ohne Grund gab es in vergangener Zeit großen Wirbel um Amazon Rezensionen. Vor gut einem Jahr konnte man sich sogar mit einer gefälschten Emailadresse anmelden und Rezensionen schreiben. Eigentlich verwunderlich, dass sich die Autoren nicht selbst 100 gute Rezensionen geschrieben haben, das wäre es sicherlich wert gewesen. Manche haben es sicher getan, haben jetzt aber ein paar Probleme, weil man einen Real Name Account braucht. Man muss also schon was eingekauft haben; das erschwert die Sache natürlich etwas.
Die Rezensionen dienen auch meist als kleines Forum. Es wird schon gerne mal von Sympathisanten des Autors eingegriffen wenn übermäßig schlechte Rezensionen gefunden wurden. Beim neuen Taschenbuch von Alex Lauzon erschien zunächst die lustigste Rezension, die ich jemals gelesen habe. Es folgten zwei “Korrekturrezensionen” und ein paar Kommentare dazu.
Das Web2.0 bringt es leider mit sich - wenn User selbst auf den Content eingreifen können, wir auch von Interessengruppen manipuliert. Das zeigen Meinungsplattformen zu Produkten, genauso wie Amazon selbst. Vor allem im Pokerbereich gab es vor einigen Monaten einen regelrechten Krieg. Aus diesem habe ich mich gezielt herausgehalten, wurde selbst Opfer und wurde erstmal nieder geschlagen. Vielleicht verkauft sich eines der Bücher jetzt schlechter, aber immerhin muss ich mich nicht mit meinem Gewissen herumplagen…