Ende Mai sollte in St. Gallen das größte Schweizer Pokerturnier stattfinden. Über 900 gutgläubige Pokerspieler hatten bereits das Buy In von 225 Schweizer Franken vorrausbezahlt und wurden jetzt enttäuscht. Der Veranstalter Remo Garone wurde von der Polizei verhaftet, da er schon 6 Jahre lang wegen Betrugs gesucht wurde. Der Top Turnierleiter Thomas Lamatsch hätte die Turnierleitung übernehmen sollen, war aber schon im März von dem Posten zurückgetreten. Zum Glück. Zwar wollen wir nicht böses heraufbeschwören aber die Geschädigten können ihr Startgeld wohl unter Lehrgeld abschreiben. Der Imageschaden für den Pokersport dürfte aber noch viel schlimmer sein.
Mit überwältigender Mehrheit (544 Pro-Stimmen) hat das Europäische Parlament am 10. März eine Resolution zur Regelung des europäischen Glücksspielmarktes beschlossen. Basis dafür war ein Bericht der dänischen EU-Abgeordneten Christel Schaldemose, in dem unter anderem folgende Punkte unmissverständlich festgehalten und vom Parlament verabschiedet wurden:
1. Die Mitgliedsstaaten haben das Recht, ihre Glücksspielmärkte strikt zu regulieren und zu kontrollieren, um die Verbraucher vor Sucht, Betrug, Geldwäsche und Spielabsprachen zu schützen.
2. Die EU-Institutionen sollen bei der Bekämpfung aller angebotenen nicht genehmigten oder illegalen Online-Glücksspiele eng mit den Mitgliedsstaaten zusammenzuarbeiten.
3. Die derzeit gegen einige Mitgliedsstaaten laufenden Vertragsverletzungsverfahren stellen weder die Existenz von Monopolen oder nationalen Lotterien als solche in Frage, noch haben sie irgendwelche Konsequenzen für die Liberalisierung der Glücksspielmärkte im Allgemeinen.
4. Das Europäische Parlament empfiehlt, die Möglichkeit zu prüfen, einen Höchstbetrag einzuführen, den eine Person pro Monat für Glücksspiele einsetzen kann.
Gerade als die Nachbeben der CBS Skandalsendung über Poker Betrug sich langsam einstellten kann Phil Hellmuth mit dem nächsten Skandal aufwarten. Zwar dürfte es sich dabei nicht um einen Super User Skandal handeln, aber der Ablauf einer speziellen Hand, lässt schon sehr an der Seriösität von UltimateBet zweifeln. Um näher auf den Sachverhalt einzugehen, Hellmuth befand sich in einem 200$/400$ Heads Up Duell mit einem Spieler namens “Doubleballer.” Nachdem die Spieler vor dem Flop gecappt hatten, kam ein Board, was Doubleballer ein Set K bescherrte. Hellmuth Karten wurden gemuckt und der Pot trotzdem zu ihm geschoben. Natürlich intervenierte Doubleballer sofort beim Support, der ihm anschließend 2300$ und kurze Zeit später das restliche Geld auf den Account zurück überwies. Dass hier Hellmuth mit unlauteren Tricks gearbeitet hat lässt sich nur schwer beweisen, aber dennoch wirkt es mehr als gruselig, dass der Spieler welcher die Karten in den Muck wirft den Pot bekommt. Im besten Fall handelt es sich dabei um einen Software Bug, was nicht weniger schlimm wäre. Dass sich Hellmuth keine Fehler mehr erlauben darf steht außer Frage, denn wenn er in weiterer Zukunft in seinem neuen Netzwerk CEREUS neue Spieler generieren will, dann muss alles bestens funktionieren, selbst wenn der Meister persönlich am Tisch sitzt.
Angekündigt hatten wir die CBS Sendung 60 Minutes bereits, in der die Absolute Poker und UltimateBet Skandale aufgedeckt werden sollten. Für all jene, die gestern keine Zeit hatten, haben wir das Video nun online gestellt und eigentlich gibt es für den belesenen Pokerspieler nichts neues zu erfahren. Dennoch ist es ganz gut, sich den Skandal einmal in Wort Und Bild anzusehen und die geschädigten Personen im Live Interview über ihre Sorgen und Zukunftsängste reden zu hören. Um den Grundtenor des Videos gleich vorweg zu nehmen: Die meisten Spieler sind nicht so sehr verärgert, dass sie betrogen wurden sondern, dass sich Absolute Poker schützend hinter die Betrüger gestellt hat und ihre größte Sorge ist, dass auf anderen Plattformen im ähnlichen Stil noch immer betrogen wird.
Clonie Gowen die bis dato bei FullTilt unter Vertrag stand, hat eine Klage beim Las Vegas Federal District Court eingebracht. Darin fordert sie die unglaubliche Summe von 40.000.000$. In der Klageschrift sind gleich mehrere “angebliche” Vertragsverletzungen angeführt und auch der Großteil der FullTilt Profis werden namentlich erwähnt. Zwar sind 40 Millionen Dollar für amerikanische Verhältnisse nicht unbedingt eine unrealistische Summe, dennoch geben die Wenigsten der Klage eine Chance. Der Grund für die Klage dürfte an dem Umstand liegen, dass FullTilt diese Woche die Zusammenarbeit mit Owen aufgekündigt hat und diese jetzt zurückschießt. Gowen macht unter anderem Vertragsbruch, Betrug, ungerechtfertigte Bereicherung und noch etliche andere Punkte bei Gericht geltend. Aber Gowen wird große Probleme haben Ansprüche durchzusetzen, denn die allermeisten Punkte dürften mündlich abgesprochen worden sein und da wird das Nachweisen ein eher schwieriges Unternehmen werden. Wir halten Euch auf alle Fälle auf dem Laufenden, wie es in der Causa weitergeht.
In einer Poker After Dark Folge hat Eli Elezra gegenüber Patrik Antonius geäußert, dass er über 17 Full Tilt Poker Accounts verfüge. Tatsächlich ist dies keine Unmöglichkeit, denn die Sicherheitsüberprüfungen aller Pokerräume lässt sicherlich zu wünschen übrig. Zudem häufen sich die Meldungen von Betrugsfällen, Doppelaccounts und Accountsharing. Brian Townsend ist nur eines der Fälle und man kann sicher sein, dass viele noch unentdeckt sind. Also die Dunkelziffer sollte doch recht hoch sein. Aber ob es Howard Lederer, Hauptanteilseigener von Full Tilt, der mit Elezra am Poker After Dark Tisch saß wirklich interessiert!?!
Ultimate Bet, das so wie Absolute Poker, in einen Super User Account Skandal verwickelt war, wurde nun abgestraft. Nicht nur, die 6.100.000$ die bereits an geschädigte Spieler augezahlt wurden sind fällig, sondern auch eine Geldstrafe in der Höhe von 1.500.000$ die UB zahlen muss, da sie den Betrügereien nicht nachgegangen ist, bzw. diese vertuschen wollte. Zudem muss Ultimate Bet alle Geschäftstätigkeiten inkl. Transaktionen offen legen und die Hauptverantwortlichen aus dem Unternehmen entfernen. Das ist für das Aushängeschild Phil Hellmuth nicht nur ein massiver finanzieller Verlust, sondern was noch viel schlimmer wirkt, ein katastrophaler Imageschaden. Als Hauptverantworlichen nennt die Kahnawake Gaming Commission den WSOP Gewinner von 1994, Russ Hamilton, und noch 6 weitere Spieler, die über 4 Jahre hunderte Spieler mit dutzenden Accounts geprellt hatten. Kommt Ultimate Bet den Forderungen der Kommission nicht nach, hat dies einen sofortigen Einzug der Lizenz zurfolge.
Die Bad News aus der BWin Ecke reißen nicht ab. Knapp eine Woche nachdem man im Profil, von einer großen Bespitzelungsaffaire berichtet hat, bei der ein niederösterreichischer Glückspielbeobachter observiert werden sollte, kann das Profil abermals mit einem katastrophalen Fehler BWin’s aufwarten. Diesmal wurden knapp 2,25 Millionen Euro in den Wind geschossen. Aber beginnen wir ganz von vorne. Im Frühjahr 2007 hat die türkische Regierung beschloßen, dass ausschließlich mit einer Lizenz, Glückspielangebote gemacht werden dürfen.
Für BWin eine Katastrophe, da der türkische Markt sehr lukrativ war. Die damals zuständige Person für den Erwerb von Lizenzen war Kevin O’Neil, jetziger Presse Sprecher von BWin. Leider wurde BWin nur eine Toto Lizenz angeboten, mit der sie verständlicherweise nichts anfangen konnten. Und so wie es jetzt aussieht, wurden dann über angeblich saubere Mittelsmänner, an angeblich 100% sichere Lizenzvermittler das Geld überwiesen, da diese zu 100% zuverlässig seien, eine solche Lizenz besorgen zu können. Nun, so zuverlässig und sicher dürften sie dann doch nicht gewesen sein. Fakt ist, nachdem sich eine ganze Weile nichts getan hat, flatterte dann doch im September 2007 eine Lizenz in türkischer Sprache ins Haus.
Nachdem sie übersetzt wurde, erkannte man, dass es sich nur um eine Lotto Lizenz handelt. Natürlich nicht das, was sich BWin erwartet hat. Man reklamierte und bekam prompt tatsächlich eine Sportwettenlizenz zugesandt. Leider eine Fälschung. Somit war das Chaos perfekt und BWin erstatte gegen einige Personen eine Anzeige. Natürlich kocht jetzt die Gerüchteküche und angeblich sind Haftbefehle wegen Betrug, Urkundefälschung usw. ausgestellt worden. Ohne die Schuldfrage kommentieren zu wollen, sieht es jetzt so aus, als ob sich da BWin in die Nesseln gesetzt hat und einer Betrügerbande auf dem Leim gegangen ist.