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Börsenschwankungen

Dienstag, Oktober 14th, 2008

Nicht wenige Pokerspieler sind auch an der Börse aktiv - zumindest wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe. Ist ja eigentlich nicht verwunderlich, immerhin erwarted man dort, genauso wie am Tisch, daß es longterm gewinnbringend ist, auch wenn man kurzfristig vielleicht Geld verliert.

Die Spielernatur in uns würde wohl darauf schließen lassen, das Pokerspieler gleich Derivatzocker ist, jedenfalls Spekulant und nicht Anleger. Doch auch hier kommt es so wie bei den bevorzugtem Spielstil wohl darauf an, wie die jeweilige Person veranlagt ist. Überspitzt könnte man sagen, der weak-tighte Spieler = Anleihenmensch, der Maniac macht Schulden für sein turbo short Zertifikat usw, aber das kommt dann doch schon einem Vorurteil gleich.

Ich persönlich glaube jedenfalls, daß man die gleichen Eigenschaften zum Anlegen wie zum Pokern braucht, insbesondere eine Tilt-Resistenz schadet sicher nicht - denn eines ist Gewiß: Der beste Zeitpunkt zum verkaufen/kaufen ist bevor es die anderen getan haben, wer den Kursen nachläuft verliert immer. Freitag wär als quasi der worst case zum Verkaufen gewesen, aber das haben wohl die vielen Verkäufer da anders gesehen.

Auch die herangehensweise ist die selbe - Genau wie man beim Poker die Regeln in 5 Minuten lernen kann, kann man auch nach 5 Minuten gelernt haben, Aktien zu handeln. Aber auch genauso reicht das eben nicht um automatisch +EV zu veranlagen, mancher kauft durch Glück ein gutes Papier aufs Geratewohl (der Typ trifft ja auch im Spiel seinen Gutshot gegen uns oder), ein anderer eben nicht. Dejenige der weiß was ein KGV ist, und warum sein Kauf bei einem unter KGV unter 10 ist gegen den der eifach so kauft longterm aber meist im Vorteil…

Jetzt habe ich über die Schwankungen eigentlich nichts geschrieben, aber da das Börsenparkett für mich viel zu Zeitaufwendig wäre halte ich es mit einem Rat von Andre Kostelany (sozusagen der David Sklansky der Spekulanten, leider 1999 von uns gegangen): Kaufen sie sich ein paar Blue-Chips und Schlaftabletten und lassen sie sie einfach 10-15 Jahre liegen. (aus: Die Kunst über Geld nachzudenken). Wenn ich mich selbst so lese frage ich mich ob ich ein “Rock” bin was Anlegen betrifft (also eigentlich Value verschenke…)

Rosige Investmentmöglichkeiten derzeit

Donnerstag, September 25th, 2008

Als Pokerspieler liegt es nahe, dass man sein Geld versucht möglichst gut zu investieren. Warum soll man es auch verbraten? Wenn man mit jungen 20 nettes Geld auf die Seite legt, gut investiert, sieht man nach einigen Jahren schon viel mehr davon.

Das ganze sieht aber schon nicht mehr so gut aus. Nicht nur, dass die Börse zurzeit ins Nichts fällt und unter anderem meine Gewinne der letzten beiden Jahre wieder pulverisiert wurden, sondern auch, dass Vater Staat wieder mal glaubt bei Investmentfonds mit der Abgeltungssteuer eingreifen zu müssen. 25 %? Wo leben die eigentlich? Interessant wäre auch wenn der Staat Geld zurück erstattet wenn man mal in den Miesen ist. Rakeback sozusagen… Aber wenn man in Deutschland an wirtschaftliche Vernunft appeliert, muss man sich ohnehin nur unnötig aufregen. Die nette Inflation (die nebenbei bemerkt noch deutlich stärker ist als die Farce mit der Inflationsrate vorgibt) tut sein übriges dazu.

Ich habe mir jetzt erstmal etwas Gold bestellt. Das sieht nicht nur cool aus, sondern ist wenigstens beständig ;) Und zu diesen Zeiten ist es immernoch besser seine Bankroll nicht in Fonds und Aktien sondern in PokerStars, Full Tilt oder sonst wen zu stecken…