Jeder hat gemerkt, dass Poker boomt. Und wer sich nur irgendwie dafür interessiert hat, hat auch gesehen, dass das Angebot an Poker Artikeln rapide zu nahm. Es dauerte nicht lange bis man erste Chipkoffer bei Aldi und Co. zu sehen bekam. Bei den Pokerbüchern war es im Prinzip auch nicht anders, wobei der Büchermarkt stark der Entwicklung hinterher hinkte. So gab es 2006 keine vernünftigen Pokerbücher in deutscher Sprache. Erst 2007 kam etwas Bewegung in den Markt und Bücher wie die Pokerschule standen ganz oben bei Amazon. Jan Meinert hat mit diesem Buch das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt (wobei es durchaus auch früher hätte erscheinen dürfen) auf den Markt gebracht und das Niedrigpreis Konzept ging voll auf.
Dann ging es eigentlich Schlag auf Schlag. Mit Harrington on Hold’em kamen erstmals deutsche Übersetzungen auf den Markt (Theory of Poker zähle ich nicht weil das deutsche Werk das Attribut “Übersetzung” nicht verdient hat…). Pokerbooks hat es dann endlich geschafft vernünftige Übersetzungen hinzubekommen. Kein “Narrenstraße-Nussfläsh-Gelaber” sondern im gewohnten Onlinepoker Slang. Darum blieb der Erfolg nicht aus und es folgten weitere Übersetzungen.
Doch nun schreiben wir das Jahr 2008, welches langsam aber sicher auch wieder zu Ende geht. Über 1 Jahr nach dem Höhepunkt des deutschen Pokerbooms folgt merklich eine Konsolidierung. Das merkt man eigentlich überall und es ist auch gar nicht schlecht so. Klar, die traumhaften Umsätze bleiben an manchen stellen aus, aber nun weiß man wer sich wirklich mit Poker auseinandersetzen will. Die Partyspieler, die sich mal ein Chipset gekauft und mit paar Freunden am Abend gespielt haben werden sich entweder früher oder später richtig für Poker interessieren oder es einfach lassen und lieber wieder DVDs anschauen und Bierchen trinken…
Die Konsolidierung hat begonnen und das ist auch bei den Pokerbüchern nicht zu übersehen. Dass sich jetzt nicht einfach so wie früher das schnelle Geld mit einem mangelhaften Pokerbuch machen lässt, liegt auf der Hand. Anfängerbücher, die eine breite Zielgruppe ansprechen haben im Prinzip keine Chance mehr, mögen sie noch so toll geschrieben sein oder sonstwie auftrumpfen können. Die Entwicklung der nächsten Monate und Jahre wird ganz klar in die Nischen stattfinden. Hier gibt es durchaus noch Potential, der Massenmarkt bei Pokerbüchern und auch Büchern für “Livewetten” ist jedenfalls abgedeckt, in Amerika übrigens schon länger…