Inattentional Blindness
Montag, August 11th, 2008Es gibt schon so manche interessante Experimente, die verblüffende Ergebnisse mit sich bringen. Die sogenannte Inattentional Blindness gehört sicherlich dazu:
Auch wenn das Experiment in diesem Video etwas belustigend dargestellt wird, zeigt es wie blind der Mensch eigentlich sein kann und selbst die offensichtlichsten Dinge nicht erkennen kann. Irvin Rock hat hierzu ein erstklassiges Buch geschrieben. Dies ist leider nur auf englisch verfügbar und war auch mir recht schnell zu kompliziert obwohl es mehr als interessant war.
Aber à propos Bücher: Ich weiß nicht wieviele von euch schon einmal eines veröffentlicht haben. Sicher weiß ich, dass es keine perfekten Bücher gibt. Kein Buch ist absolut fehlerfrei, auch wenn das die Leser gerne so hätten. Liegt das daran, dass der Verlag zu faul ist richtig Korrektur zu lesen? Nein, sicherlich nicht. Der Grund ist der, dass die Kapazitäten des Verlages begrenzt sind und die Aufgabe des Lektorats meist nur ein bis zwei Personen zugesprochen wird. Und genau hier liegt schon der Grund für fehlerhafte Bücher. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Abgabe der letzten Deutschklausur. Nach dem Schreiben noch einmal drüber geschaut, kaum Fehler entdeckt, abgegeben und paar Tage später hält man eine mit Rotstift übersähte Arbeit in den Händen. Texte, mit denen man schon sehr vertraut ist liest man ganz anders als beim ersten Mal. Und auf diese Art und Weise findet man kaum mehr Fehler, auch wenn sie beim ersten Durchgang sofort ins Auge stechen würden.
Die logische Konsequenz ist, dass ein Lektor im Prinzip nur die Fehler vom ersten Durchgang findet, der Rest wird vielleicht vom Auge aufgenommen, geht aber am Gehirn vorbei.
Und solange nicht unzählige Lektoren über das Manuskript lesen können, wird es nach wie vor keine perfekten Bücher geben, nicht einmal in der zehnten Auflage… Der Aufwand und damit der Preis für ein derart fehlerfreies Buch wäre immens und würde sich konsequenterweise auf den Verbraucher abwälzen.
Also wer in Zukunft keine 50 Euro für ein einfaches Buch ausgeben möchte, sollte einfach mit dem ein oder anderen Fehler leben. Dieser Artikel ist jetzt natürlich kein Freibrief für schlampige Lektorarbeit, sondern sagt vielmehr, dass sich Lektoren zwar sehr bemühen, aber nicht alle Fehler ausmerzen können.