Posts Tagged ‘Spielsucht’

Kleines Glücksspiel - Debatte im österreichischen Fernsehen

Mittwoch, Juli 1st, 2009

Im österreichischen Rundfunk wird gerade heftig über das kleine Glückspiel debattiert. Für all jene die in dieser Causa nicht auf dem neuesten Stand sind sein kurz gesagt, dass es in Österreich das “kleine Glücksspiel” gibt, welches auch legal ist. Dabei darf der Höchsteinsatz 50 Cent nicht überschreiten und größtenteils wird bei diesem Thema von Spielautomaten gesprochen. Im Studio sitzen gerade einige Spielsuchtgeschädigte aber auch eine Vertretung von den Automatenvertreibern. Diese geben sich natürlich seit knapp einer Stunde pro und contra ohne die Chance auf ein konstruktives Ergebnis. Wie auch? Jeder der schon mal an solch einem Automaten gespielt hat weiß, dass er ohne großes know how den Grundeinsatz auf 20€ anheben kann. Dabei wird ein “juristischer” Trick angewandt. In Millisekunden werden auf Wunsch 40 einzelne Spiele gleichzeitig gespielt und so der Maximaleinsatz ausgehebelt. Somit fühlt sich die eine Partei juristisch im Recht, was der spielsüchtigen Partei die eine kaputte Existenz vorzuweisen hat nicht viel weiterhilft.

Typischerweise sind die Damen und Herren im Studio jetzt nahtlos zum Thema Poker abgewichen und somit muss der tolle Gesellschaftssport wieder mal für alle rechtlichen Versäumnisse, die bei den Automaten gemacht wurden, herhalten.

Kann man Spielsucht messen?

Sonntag, Februar 8th, 2009

Einer Bonner Forschergruppe soll es jetzt gelungen sein, den verschiedenen Glückspielen einen Suchtcharakter aufzustempeln und dies in Form von Zahlen. Klingt etwas eigenartig, ist es auch. Dabei wird unter anderem Onlinepoker, Sportwetten und den Spielautomaten ein sehr hohes Risiko zugesprochen süchtig zu werden. Klassenlotterien oder den gängigen Fernsehlotterien spricht man aber sozusagen das Suchtpotential komplett ab bzw. diese beiden Spiele finden sich am Ende der Tabelle. Die Aussagekraft dieser Studie ist aber gleich null, da die Auftraggeber dieser Forschungsreihe die ARD Fernsehlotterie war. Vielmehr sieht es so aus, als ob man mit diesen Mittel jetzt versucht, die fallenden Teilnehmer und Einahmen Zahlen auf diese Art und Weise wieder zu steigern und die Konkurrenz diskretitieren will.

Glücksspielvertrag auch in Österreich

Samstag, November 15th, 2008

Der in Deutschland schon länger geltende Glücksspielvertrag, der das Live Spiel außerhalb von staatlichen Casinos fast unmöglich macht, wird jetzt bei den österreichischen Koalitionsverhandlungen ebenfalls angesprochen. Dabei hat Wilhelm Molterer, laut Meldung der Tageszeitung “Der Standard” einen Glückspiel Gesetzesentwurf eingebracht, der sich am deutschen Vorbild orientiert. Bis jetzt war ja Österreich das Poker Eldorado, was nicht wenige deutsche Poker Flüchtlinge dazu animierte, ihre Wochenenden an österreichischen Pokertischen zu verbringen. Natürlich soll das Ganze unter dem Deckmantel der Spielsuchtprävention stattfinden und sogar dem Online Spiel soll der Riegel vorgeschoben werden. Astronomisch hohe Bankgarantien würden es somit jedem privaten Anbieter unmöglich machen seinen Betrieb fortzuführen. Dass die Spielsuchtprävention nur ein taktisches Manöver sein kann sieht man ja am Umstand, dass der Monopolist Casinos Austria ja keine Mühen und Kosten scheut in so ziemlich allen Medien Werbungen zu schalten und Kunden zu generieren.

Und das legt natürlich den Verdacht nahe, dass es sich bei dem Vertrag nur um eine neue Steuern-Einnahmequelle Option handelt, der wenn er schlagend werden sollte, die Pokerspieler wieder ins dunkle Hinterzimmer treiben wird. Genau in diese Ecke, aus der wir seit Jahren teilweise erfolgreich versuchen herauszukommen um dem Pokerspiel das Wild West Image zu nehmen. Da aber der Gesetzesentwurf im Rahmen der Koalitionsverhandlungen eingebracht wurde, muss man als Österreicher noch nicht verzweifeln, denn möglicherweise handelt es sich dabei nur um einen internen politischen Schachzug im Rahmen der Regierungsbildung.

Österreichisches Glückspielmonopol

Donnerstag, Oktober 30th, 2008

Eine Ausnahmeregelung im Österreichischen Glückspielgesetz macht es Spielsüchtigen, die im Casino ihr letztes Hemd verspielen, fast unmöglich ihren Verlust einzuklagen. Zwar sind Casinos in Österreich verpflichtet, bei Personen die auffällig oft oder viel verlieren einen Bonitätsprüfung bzw. eine Sperre durchzuführen, aber wird dieses versäumt, dann hat der Spieler nur 6 Monate Zeit seinen Verlust vor Gericht geltend zu machen. Und gerade diese Frist liegt im Widerspruch mit der ansonsten in Österreich geltenden Frist von 3 Jahren, in der man Schadenersatzansprüche geltend machen kann. Deswegen fordert jetzt das Oberlandesgericht Innsbruck die Aufhebung des Glückspielparagraphen. Anstoss war der Fall eines Spielers, der im Jahr 2004 in etwa €310.000.- im Casino verspielte obwohl das Problem mit dem Glückspiel bei ihm auf der Hand gelegen sei und das Casino Austria wissentlich nichts unternahm. Deswegen wird nun, aufgrund der Privilegierung von Monopolbetrieben, die Abschaffung des Glückspielparagraphen gefordert.