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Der Aufstieg von Full Tilt

Donnerstag, November 4th, 2010

Ich bin mir absolut sicher, dass jemand, der diesen Post liest nicht schon von Full Tilt Poker gehört hat. Die Frage, die ich mir stelle ist folgende: Wie hat es Full Tilt Poker geschafft sich in relativ kurzer Zeit so weit nach oben zu schieben? Im Folgenden ein paar Punkte, die mir durch den Kopf gehen. Wenn man sich zuerst diese Frage stellt, hat man erst noch keine Antwort. Aber wenn man sich einmal etwas Gedanken darüber gemacht hat, ist es eigentlich gar keine Überraschung mehr.

Software
Die Software gehört sicherlich zu einer der besten überhaupt. Und der Hauptgrund warum sie so gut werden konnte ist, dass Poker Profis wie Howard Lederer oder Andy Bloch von Anfang an in den Prozess eingebunden waren. Dadurch konnten sie die Software so gestalten wie sie ein Pokerspieler auch haben möchte. Das fehlt bei 99,9 % der anderen Softwares die es gibt. Da setzen sich meist ein paar Leute zusammen und schauen sich etwas von der Konkurrenz ab. Etwas innovatives wie bei Full Tilt kann dann nicht dabei herauskommen.

Gesponserte Spieler
Das unglaublich große Team an Full Tilt Pros hat sicherlich wesentlich zum Erfolg beigetragen. Full Tilt hat es wirklich geschafft die besten Profis unter Vertrag zu nehmen und langfristig zu binden. Es gibt trotz der vielen Pros nicht viele, die ausgestiegen sind. Außer Clonie Gowen fällt mir jetzt auf die Schnelle niemand ein.

Fokus auf Nose Bleeds
Was natürlich ein guter Marketing Gag ist, ist die Vermarktung der High Stakes Tische auf denen Tom Dwan, Phil Ivey und viele mehr um Millionen spielen. Das zieht so viele Railbirds an und sorgt für viel Presse.

Affiliates
Was die Partner von Full Tilt Poker angeht, so haben sie zwar anfangs dazu beigetragen den Raum bekannt zu machen, wurden aber irgendwann von Full Tilt abgewatscht indem Bedingungen zu ihren Ungunsten verändert wurden. Sicher kein Grund mehr warum Full Tilt wächst.

Innovation
Full Tilt ist auch immer bestrebt etwas neues zu bringen. Das jüngste Beispiel ist Rushpoker.

Insgesamt also doch eine Menge Punkte, die für Full Tilt Poker sprechen und zeigen warum es überhaupt möglich war in so kurzer Zeit die Nummer 2 zu werden.

Mediale Schlammschlacht: Bihl vs. Vörtmann

Donnerstag, Dezember 4th, 2008

Im letzten Artikel Erich Kollmann vs. Eddy Scharf konnten wir Euch schon gut zeigen, wie man kleine Vorab-Gefechte vor einem großen Turnier mit Witz und kleinen Sticheleien korrekt ablaufen lassen kann. Zudem gehört eine Portion “große Klappe” nun mal dazu, gerade im Vorfeld eines großen Turniers und keiner der Kontrahenten wird groß beleidigt sein, wenn er einen kleinen Seitenhieb bekommt. Dass man bei solchen Sticheleien auch über das Ziel hinausschießen kann zeigt uns die mediale Auseinandersetzung zwischen Thomas Bihl und Jens Vörtmann. Um den ursprünglichen Auslöser des Fiaskos kurz zu erläutern: Beim €500.- Eröffnungsturniers der Christmas Poker Championships in Bregenz kam es bei einer Hand zu einer Situation wo Thomas Bihl  nach einem unvollständigen All In Raise eines Gegners nochmals reraisen wollte um Jens Vörtmann aus dem Rennen zu treiben. Zuvor erkundigte er sich noch bei der Dealerin ob dies noch zulässig sei. Diese antwortete prompt mit ja und Bihl stellt seinen kompletten Stack in die Mitte. Und während Jens überlegt ob er callen soll oder nicht, wird am Tisch schon fleißig überlegt und diskutiert, ob dieser All In Move tatsächlich gültig sei und sicherheitshalber wird der Floorman gerufen. Dieser entscheidet aufgrund der Casinos Austria Hausregeln, dass nach einem unvollständigen Raise nicht nochmals gereraised werden darf und entscheidet auf Call von Bihl. Dieser pusht dann am Flop blind All In und bekommt Jens Vörtmann als Kunden welcher ihn aus dem Turnier nimmt.

Anschließend werden die Dealerin, der Floorman und auch Jens Vörtmann zum Schuldigen gestempelt wobei letzterer am meisten davon ab bekommt, da er durch die Mitsprache beim Floorman einen Vorteil für sich herausgeholt hätte. Und das von einem Spieler, mit dem er eigentlich beim Nationen Cup in einem Team spielen sollte. Darauf hin sah sich Thomas Bihl genötigt, seinen Frust in seinem Blog Overcards kundzutun. Natürlich nicht ohne dementsprechende Gegenreaktion. Jetzt kann man auf Pokerfirma einen offenen Brief bewundern, den Götz Schrage an Thomas Bihl gerichtet hat, weil sich dieser in seinem Unmut zu dem Sager “das Thema Pokerfirma ist für mich erledigt” ebenfalls hinreißen lies.

Für uns als außenstehende Beobachter ist der Fall klar. Die Dealerin hat einen Fehler gemacht, der Floorman hat ihn korrigiert und zu ungunsten von Bihl entschieden. Dass dadurch sein All In Move Versuch, um Vörtmann hinauszujagen, vernichtet wurde steht außer Frage. Dass er sich einen Tilt einfangen hat und ausgeschieden ist liegt nun mal im Wesen des Pokerspiels und auch wenn Jens Vörtmann sein Teamkollege ist, recht hatte er auch allemal.

ISL Saisonstart, Tilt im Turnier, WCOOP

Sonntag, September 7th, 2008

Heute startet die neue ISL -Saison mit dem Deutschlandcup - mal sehen wie die Neuerungen angenommen werden nachdem im Forum fast nur negatives dazu zu lesen war…

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Tilt (passt zur ISL :D) gemäß Wikipedia: Tilt (auch on steam oder heiß laufen) bezeichnet im Poker einen gereizten oder aggressiven, in jedem Fall aber negativ beeinflussenden, Gemütszustand eines Spielers. Meist resultiert daraus eine schlechtere Art zu spielen. Dauert dieser Zustand länger an, spricht man von einem verlängerten tilt.

Die meisten Spieler sehen immer nur einen Tilt nachdem jemand einen Bad beat eingesteckt hat - es gibt aber auch andere Auslöser im Spiel (von persönlichen Gemütsschwankungen mal abgesehen). Ein gutes Beispiel dafür hat mich vorgestern erwischt und weils so toll ist bin ich gestern gleich ein zweites Mal in die selbe Falle gelaufen. Wenn man auf einen bestimmten Spieler heiß wird, weil einem zB auffällt daß er jedesmal “meinen” BB klaut (in Wirklichkeit wissen wir ja eigentlich eh alle daß er einem nicht mehr gehört sobald man ihn bezahlt hat) und man meint das bestrafen zu müssen weicht man auch von seinem besten Spiel ab - und jede Abweichung vom A-Game ist Tilt. Gestern Abend spielte ich die WCOOP auf PStars, genauer gesagt den 215$ Limit Hold´em Event. Nach etwas über 4 Stunden war ich bei Average + 3k und einem M von ca 20 (die Levels sind 30 Minuten, daher ist wirklich gutes Poker möglich) als ich bei einer Standard-Blinddefense bemerkte daß mein Gegner anscheinend mit any two stiehlt. Als Konsequenz daraus spielte ich eine Runde später gegen denselben Gegner eine wirklich grottenschlechte Hand (T5o) und versuchte ihn damit zu bluffen - was mich bis zum River 2 SB (preflop) + 2 SB (checkraise Flop JJ4) + 1 BB (bluffbet Turn) + 1 BB (Bluffbet River) = 8 SB (!) gekostet hat, die ich im Normalfall niemals mit einer Hand komplett ohne Showdownvalue spiele. Fast der halbe Stack ging drauf nur weil mein Gegener einen ATS von 100 hatte (bei einer minimalen Samplesize 4/4…) und ich beschlossen habe ihn unbedingt für seine steals zu bestrafen - eigentlich habe ich ihn mit der Aktion dafür auch noch belohnt (er hatte ja jetzt meine Chips…).

Ein Gutes hatte das Ganze aber: Ich habe ein Leak bei mir entdeckt an dem ich jetzt bewußt arbeiten kann.

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Die WCOOP kann ich jedem nur empfehlen, der den nötigen Stack dafür hat - 30min Levels findet man sonst im Onlinepoker doch nur selten falls überhaupt, die Felder und damit auch die Preispools sind enorm (und der Sieger bekommt sogar ein Bracelet)